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Live Kommunikation ist bis zu zwölfmal wirkungsvoller als klassische Kommunikationsformen. Nicht zuletzt deshalb prognostiziert der FAMAB Research dieser Disziplin ein Wachstum im Gesamt-Etat der Corporate Spender von rund 5%. Aber was macht einen Event eigentlich wirklich nachhaltig? Jutta Kirberg führt eines der erfolgreichsten und kreativsten Event-Catering-Unternehmen Deutschlands. Im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet Jutta Kirberg, die mit ihrem Unternehmen seit 2017 einer der festen Catering-Partner der Grand Hall ZOLLVEREIN®, wie Corporate Food einen wesentlichen Beitrag zur ganzheitlichen Marken-Kommunikation leisten kann. 

Redaktion

Frau Kirberg, Sie wurden bereits zweimal mit dem ‚Caterer des Jahres‘ ausgezeichnet, gewannen den ‚Leaders of the Year‘- und den LECA Award des FAMAB. Verraten Sie unseren Lesern Ihr Erfolgsrezept?  

Jutta Kirberg

Gastronomie funktioniert im Grunde ganz einfach. Du musst lieben was du tust. Ganz egal, ob du der Küchen-Chef oder ein Comis de Rang im Service bist. Diese Liebe musst du an deine Gäste weitergeben – und zwar in Form einer Speise oder eines Getränks, als Genuss oder einfach als ein Lächeln. Egal, ob es sich um eine großen Event oder um eine kleine Veranstaltung handelt, ob du für eine Messe oder einen Kongress arbeitest: deine Gäste müssen spüren: „die machen das mit Herz und Können – für uns.“ 

Redaktion

Der multisensorischen Wahrnehmung kommt in der Live Kommunikation eine große Bedeutung zu. Wie kann Event-Catering hier einen Beitrag zur ganzheitlichen Marken-Kommunikation leisten? 

Jutta Kirberg

Nun ja, Multisensorik bedeutet ja, dass man mit allen Sinnen wahrnimmt: das Geschmackerlebnis spielt hier also eine zentrale Rolle. Aber auch das Auge isst bekanntlich mit. In der Folge inszenieren wir das Food so, dass die Werte und Inhalte einer Marke unverwechselbar widergespiegelt werden. Individualisierung, Einzigartigkeit und Erlebbarkeit sind hier die drei Prämissen, die unser Denken und Handeln in den einzelnen Prozessen bestimmen. Denn im Sinne der Multisensorik fokussieren wir nicht nur den kulinarischen Genuss, sondern wollen alle Sinne ganzheitlich ansprechen. 

Für die Entwicklung von nachhaltigen Corporate Food Konzepten ziehen wir daher Experten anderer Branchen und Gewerke hinzu. Man denke dabei an Architekten, Designer oder Ernährungswissenschaftler, um nur mal einige Beispiele zu benennen. So tragen wir zu einem nachhaltigen Markenerlebnis bei, das über den Event hinauswirkt und einen entscheidenden Beitrag zur ganzheitlichen Marken-Kommunikation leistet. 

Redaktion

Können Sie unseren Lesern das an einem Best Practise Case verdeutlichen? 

Jutta Kirberg

Ja klar, gerne. Nehmen wir doch mal den Visitor Day hier in der Grand Hall ZOLLVEREIN®. Im Juni dieses Jahres haben Sie Kunden, Partner und andere Stakeholder dazu eingeladen, die neue Eventlocation auf dem UNESCO Welterbe zu besichtigen, um sich persönlich ein Bild von dem neuen Veranstaltungsort im Ruhrgebiet zu machen. Dabei spielten die Authentizität der ehemaligen Zeche Zollverein eine ebenso große Rolle wie die multifunktionale Charakteristik und die individuelle Bespielbarkeit der Eventlocation in Essen. 

Für uns als Catering-Partner der Grand Hall ZOLLVEREIN® bestand also die Aufgabe darin, die zwei so wichtigen Markenwerte – Authentizität in der historischen Betrachtung der Veranstaltungsstätte und Individualität in der künftigen Nutzung der Eventlocation – im Food-Konzept widerzuspiegeln.

Gesagt. Getan. Das Resultat sah nicht nur ausgezeichnet aus, es schmeckte auch ebenso. Hier ein kleiner Auszug aus der Speisekarte, eine kleine Hommage an den Henkelmann:  

  • Lecker auf Zeche: Ganz im Sinne der historischen Zeche Zollverein gab es eine ‚Bergmannsstulle reloaded‘. 
  • An einer weiteren Food-Station haben wir mit der Berkelmaschine Pastrami ‚frisch gefördert‘. 
  • Für die Fisch-Liebhaber hielten wir Thunfisch im Kräutermantel bereit – natürlich ‚frisch aus der Beize‘. 
  • Und ebenso frisch zubereitet wurde ein ‚Strammer Max‘ mit Koriander-Pfefferspeck vom bunten Bentheimer und Bio-Spiegeleiern. 

Bunt ging es auch bei den Getränken weiter – sozusagen das Feierabend-Bierchen: 

  • Drunken Duck – Kohlrabi-Schwarzbier-Smoothie mit gebeizter Entenbrust.
  • Dirty Dude – Cima di rapa Birnen-Smoothie mit Hühnchen und Whiskey.
  • Power Paule – Sellerie-Smoothie mit Mini-Mais und Oliven-Tapenade.

Mit der Aufforderung ‘Trink mal, wie das schmeckt‘ machten wir den Besuchern der Eventlocation Lust auf individuelle Drink-Food-Pairings. Auch diese sollten die Veranstaltungsplaner inspirieren, in ihrem Tagesgeschäft mal ‚out of the box‘ zu denken.  

Redaktion

Frau Kirberg, Sie sind seit über 35 Jahren im Catering-Geschäft und unter anderem Gastronomiepartner in der Flora, die vom KölnKongress betrieben wird. Warum haben Sie sich für eine feste Partnerschaft mit der Grand Hall ZOLLVEREIN® entschieden?

Jutta Kirberg

Unsere tägliche Arbeit ist geprägt von traditionellen Werten, zum Beispiel die des althergebrachten Kochhandwerks einerseits. Andererseits ist sie aber ebenso geprägt von individuellem und innovativem Ideenreichtum, mit dem wir unsere Corporate Food Konzepte entwickeln. 

Und genau diesen gekonnten Spagat sehe ich in der Betrachtung dieser neuen Eventlocation inmitten des Ruhrgebiets. Einerseits sind da die traditionellen Werte der Region, die sich beim Kochen mit regionalen Produkten wunderbar abbilden lassen und auch dem Nachhaltigkeitsgedanken – im ökologischen wie im ökonomischen Sinne – Rechnung tragen. Andererseits sehe ich eine pulsierende Region im Herzen des bevölkerungsreichsten Bundeslandes NRW, mit unzähligen Messen, Events und Kongressen auf internationalem Niveau, die es mit weltoffenen und modernen Konzepten umzusetzen gilt. 

Die Positionierung der Grand Hall ZOLLVEREIN ® - auch was die Größenordnung und Kapazität der Veranstaltungshalle angeht, zahlt meines Erachtens nach genau auf den Marktbedarf in der Region ein. Wir als innovativer Event-Caterer antizipieren hier gerne und tragen mit unserem Leistungsspektrum zur ganzheitlichen Markenkommunikation der Veranstaltungen in der Grand Hall bei.

Redaktion

Vielleicht noch ein oder zwei persönliche Fragen zum Schluss. Was treibt Sie in ihrer täglichen Arbeit an? 

Jutta Kirberg

Gute Küche lebt von der Liebe zum Kochen, von Esprit und von Ideenreichtum. An meinem Beruf liebe ich vor allem die kreative Vielfalt, die Möglichkeit, Ideen zu entwickeln und kulinarische Geschichten zu erzählen. Außerdem fasziniert es mich immer wieder, Neues zu probieren und dabei Genuss kreativ in Szene zu setzen. 

Redaktion

Welchen beruflichen Werdegang hätten Sie eingeschlagen, wenn Sie sich nicht selbständig gemacht hätten? 

Jutta Kirberg

Hätte ich kein Unternehmen gegründet, hätte ich mich vermutlich für eine strategische Aufgabe entschieden. Mich begeistert die Entwicklung ganzheitlicher Konzepte, über die Projekte marktorientiert gesteuert werden können. Daher macht mir im Rahmen des Catering-Geschäfts das Storytelling mit kulinarischer Inszenierung auch so viel Spaß. Und dieser Spaß, den mein Team und ich bei unserer Arbeit verspüren, trägt maßgeblich zu unserem Erfolg bei – im Sinne unserer Kunden und Gäste.